Save Israel
Israelsolidarische & Antifaschistische Gruppe

Archiv Seite 2

Die Front Deutscher Äpfel läd ein

Der Frühling kommt!

Front Deutscher Äpfel lädt ein zum gepflegten Hausbesuch bei der NPD

Am 27. März lädt die FDÄ alle heimlichen wie unheimlichen Sympathisanten, Freunde des antifaschistischen Widerstands, humorveranlagte ZivilgesellschaftlerInnen sowie alle Spassvögel zum Marsch auf die NPD-Zentrale ein. Budenzauber bei Udo!

Wie Ihr Euch denken könnt, läßt uns der drohende finanzielle Kollaps wie auch das innerparteiliche Führungschaos in der NPD keine Ruhe. Nicht auszudenken, die Volksfixierten würden sich womöglich auflösen!

Dann wären viele von uns ohne Beschäftigung und, hey, überlegt mal, welches kulturell-touristische Potential die NPD eigentlich hat. Wie viele von uns hatten Gelegenheit, wegen der NPD_Nazi_Events andere Städte kennenzulernen. Die wir vorher garnicht kannten. Und dort kulturelle Erfahrungen zu machen. Mit der Architektur, der jeweiligen Zivilgesellschaft und auch den unterschiedlichen Polizeikulturen. ‚Heimat‘ lautet ein Zentralbegriff der NPD, richtig, Heimat heißt auch die Unterschiede wahrzunehmen: wer sich mal in Bayern von USK-Trupps anständig hat verprügeln lassen und Wochen später die leichte Unterspanntheit von Bremer RiotCops hat erfahren dürfen, der weiß was ich meine. Das alles ist auch Heimat, ist auch Deutschland…. Wir möchten das nicht missen…

Daher laden wir ein: zum gepflegten Hausbesuch bei der NPD. Unter dem Motto:

Reiß Dich zusammen Du, NPD, Du! Die Front ‚Deutscher Äpfel‘ wünscht sich starke Gegner!

Das Adjektiv ‚gepflegt‘ meint natürlich auch gepflegt. Wir meinen eigentlich – Spass beiseite und dem Spruch von Nietzsche folgend: Was fällt soll man stoßen- das es zum Moment die Gelegenheit ist, Hohn und Spott über die NPD, jene Speerspitze der Volksfront von Rechts, auszugiessen und vor ihrem Führerbunker ein paar garstige Spässe zu machen.

Wir, die Front Deutscher Äpfel, haben uns ein paar Sachen ausgedacht – z.B. versuchen wir grade, namhafte Kameradschaften dazu zubewegen, eine Gegendemo mit Blockade gegen uns zu veranstalten. Wir wollen auch mal sehen, wie sich blockiert werden so anfühlt. Und Ihr alle seid herzlich dazu eingeladen, mit zu fühlen.

Veranstaltungsort: Mandrellaplatz, 12555 Berlin; Seelenbinderstraße / Ecke Borgmannstraße

Datum: 27.03.2009

Uhrzeit: Ab 16:30h

Anfahrt: Von Ostbahnhof mit der S-Bahnlinie S3 bis S-Bhf Köpenick. Dort die Bahnhofsstraße gen Süden, bis zur Seelenbinderstraße, dort in östlicher Richtung bis zum Mandrellaplatz.

Ihr wollt mehr wissen: www.apfelfront.de
Für Rückfragen: apfelfrontberlin[ät]gmail.com

Anti-Thor-Steinar Demo in Berlin

Heute fand in Berlin Friedrichshain die Demo gegen den neu eröffneten Nazi-Shop „Tromsö“ statt. Hier ein kurzer Bericht mit unseren Eindrücken von der Demo:

Gegen 14:30 setzten sich die ca. 1000 Antifaschist_innen in Bewegung. Parteileute, Gewerkschaftler_innen, Punks und Antifas zogen gut eine viertel Stunde die Warschauer Straße hinunter zum Frankfurter Tor. Dann blieb die Demo erwartungsgemäß vor dem Naziladen stehen. Nach kurzen Rangeleien beruhigten sich die Leute. Vom Lauti wurde eine unrealistisch hohe Zahl von 3000 Teilnehmer_innen bekannt gegeben. Innerhalb der nächsten 2 Stunden änderte sich nix an der Standortsituation der Demo. Es erklungen immer wieder die gleichen Lieder von System of a Down und den Ärzten in einer Endlosschleife. Zwischendurch wurden Redebeiträge verlesen und es gab ein offenes Mikro, wo jede_r Teilnehmer_in Termine ansagen konnte. Ausser ein paar Böllerwürfen am Anfang stand die Menge total gelangweilt vor der Polizeiabsperrung. Später legte eine Gruppe mit ihrem mitgebrachten Ghettoblaster Arbeiterlieder von Ernst Busch auf. Nach und nach löste sich die Demo auf. Als wir gegen 16:30 gingen, sahen wir noch Rangeleien zwischen der Polizei und den verbliebenden Demonstrant_innen.

Fazit: Eine der langweiligsten Demos die wir je erlebt haben. Es ist uns klar, dass wir den Laden heute nicht hätten auseinander nehmen können. Aber die Demo letztes Jahr gegen den „Tönsberg“ Nazi-Laden in der Rosa Luxemburg Straße hatte wesentlich mehr Feuer und ging auch länger als 500 Meter. Echt schwach für Berliner Verhältnisse.

Hoffentlich wird die nächste Demo gegen den Nazishop am 21.März besser ablaufen.

NPD – Parteitage in Berlin

Die NPD will am 14.März – also nächsten Samstag schon (!) – ihren Landesparteitag in einem Seniorenheim in der Gallwitzallee in Lankwitz abhalten. Dies gilt es zu stören! Da es nichtmehr lange bis zu diesem Termin ist, mobilisiert in euren Freundes- und Antifakreisen. Wir werden jede Unterstützung gebrauchen können.

Am 4. oder 11. April wird dann der Sonderparteitag der Bundes-NPD höchstwahrscheinlich in Reinickendorf im Fontane-Haus oder im Ernst-Reuter-Saal des Rathauses des Bezirkes stattfinden.

Am 1.Mai findet, wie einige von euch schon sicher erfahren haben, ein Naziaufmarsch der NPD in Berlin-Köpenick statt, bei dem ca. 1000 TeilnehmerInnen erwartet werden. Info.

Wir werden euch auf dem Laufenden halten.

Hör mir uff mit Thor-Steinar

Am vergangenen Samstag, den 28. Februar 2009, eröffnete im Berliner Friedrichshain ein Laden der rechtsextremenMarke Thor Steinar. 250 Leute demonstrierten spontan vor dem Laden, wurden aber von der Polizei behindert.

Am Samstag (7.3.09) findet eine Demo gegen den Shop statt. Es rufen Antifa-Gruppen sowie Mieter- und Anwohnerinitiativen aus Friedrichshain auf.

Demo gegen Thor Steinar | Sa. 7.3.09 | 14 Uhr | U/S-Warschauer Str.

„Schürt der Zentralrat der Juden den Antisemitismus in Deutschland?“

„Denk ich an die Normailtät hier könn‘t ich Kotzen!…“

So ergeht es zumindest den kritischen Leser_innen der „Hannover Zeitung“. In einem vom 31.Januar 2009 geschriebenen Artikel heißt es:

Es stimmt, das der Holocaust ein Teil der deutschen Geschichte ist und ja, es war ein Verbrechen! Aber dieses Verbrechen wurde vor 60 Jahren begangen und es ist langsam an der Zeit den Toten ihre Ruhe zu gönnen. Das andauernd „Wiederaufleben“ lassen der Erinnerung in einer Form, die eine „Generalschuld“ eines ganzes Volkes bis in die 3, 4, 5 Generation indizieren soll, ist der Sache sicher nicht dienlich. Frau Knobloch sollte sich einmal Fragen, ob sie mit ihren Äußerungen nicht einem neuen Antisemitismus Nahrung gibt.

Aber das war natürlich noch nicht alles. Weiter heißt es in der „Hannover Zeitung“:

Der in Deutschland aufkeimende Antisemitismus basiert zum größten Teil auf Vorurteilen, die entstehen weil sich einige, wenige Persönlichkeiten immer wieder ins Rampenlicht spielen müssen. In einer heute durchgeführten Blitzumfrage bei 147 zufällig ausgewählten Passanten gaben 139 an, das sie kein Mitglied der jüdsichen Gemeinde kennen würden, 6 sagten, das sie glauben ein Mitschüler wäre Jude gewesen, waren sich aber nicht sicher. Zwei gaben an das sie jüdische Arbeitskollegen hätten, waren sich aber auch nicht ganz sicher.

Das sollte uns doch klar vor Augen führen, in Deutschland keine es keine Basis für einen fundierten Antisemitismus, einfach weil die wenigsten Einwohner positive oder negative Erfahrungen in ihrem persönlichen Umfeld machen konnten. Die Vorurteile gegenüber den Juden in Deutschland basieren auf den Aussagen, die von führenden Mitgliedern der jüdischen Gemeinde in der Öffentlichkeit gemacht werden.

Aha. Soll also heißen, dass wenn mensch keine_n Juden/Jüdin persönlich kennt, dass er/sie dann auch nicht antisemitisch sein kann. Und die Jüdische Gemeinde seie doch selber Schuld an den ganzen Voruteilen gegenüber Juden/Jüdinnen…

Um allen noch die Krone aufzusetzen ein weiterer Absatz:

Es ist traurig aber zu verstehen, das die Überlebenden des Holocaust nicht vergeben können. Trotzdem wäre es manchmal angebracht, wenn sie darüber Nachdenken ob sie mit ihren Aussagen dem Gedenken an dieses Verbrechen dienlich sind. Sicherlich handelt Frau Knobloch nur in der besten Absicht, aber es müsste ihr doch auffallen, das sie mit ihren permanten, kritischen Aussagen einen neuen Antisemitismus heraufbeschwört.

Manchmal ist ein Geste des Vergebens besser um das Andenken an die Geschichte zu erhalten.

Wem um what-tha-hells-name soll denn bitte vergeben werden? Und natürlich wird auch hier wieder erwähnt, dass die Juden/Jüdinnen selber Schuld seien am Antisemitismus.

Das war dann auch schon die offizielle Version des Textes, wie ihr ihn hier nachlesen könnt. Offiziell, weil dieser Artikel einen letzten Absatz nicht beinhaltet, welcher vor ein paar Wochen dort noch zu lesen war. Auf Altermedia, wo der Artikel natürlich viel Zuspruch erhält, gibt es ihn doch noch.

…Stellen sie sich einmal vor das wir uns den ganzen Tag überlegt haben, ob wir diesen Bericht schreiben können, oder ob wir damit in eine antisemitistische Ecke gedrückt werden, in der wir uns als Journalisten nicht sehen. Und das obwohl wir in einem Land leben in dem schon mit Blick auf die Geschichte jeder das Recht haben sollte, seine Meinung frei zu sagen.

Wie weit die freie Meinungsäußerung mit Blick auf die Geschichte bei den Journalist_innen der „Hannover Zeitung“ allerdings geht scheint mehr als fragwürdig.